04/2026__EINE SUCHE NACH DER VERLORENEN ZEIT
Skript und Ton: Alexander Scharf
Mit: Tabea Grüninger, Tilman Böhnke
Foto: Laura Semper
Tausende Menschen wagen jedes Jahr die Überfahrt über das Mittelmeer – in überfüllten, oft seeuntauglichen Booten, ohne Rettungswesten, ohne sichere Perspektive. Um ihnen zu helfen, navigieren die Organisationen der zivilen Seenotrettung Schiffe und Flugzeuge, betreiben Notfall-Hotlines und üben Druck auf Küstenwachen aus. Das Kurzfeature „No one is coming except the waves“ dokumentiert einen Fall der zivilen Seenotrettung auf Basis von Original Funksprüchen, Logbuch Einträgen und literarischen Texten von Geflüchteten. Es beleuchtet Hintergründe, Ursachen und Umstände von Flucht und gibt einen Einblick in die Arbeitsweise und die Herausforderungen der zivilen Seenotrettung. Dabei stellen sich viele bedrückende Fragen: Warum greifen Schiffe oft nicht ein, obwohl sie in unmittelbarer Nähe sind? Warum sind zuständige Küstenwachen teils nicht zu erreichen? Warum finanzieren europäische Staaten die libysche Küstenwache? Warum kommt niemand außer den Wellen?
Das Feature basiert auf der gleichnamigen szenischen Lesung des Vereins Sea-Watch, entwickelt in Zusammenarbeit mit Sandra Flachmann, Christiane Holtschulte und zahlreichen Freiwilligen. Die Lesung wurde bereits mehrfach live aufgeführt. Das Hörstück dokumentiert drei Fälle ziviler Seenotrettung und setzt sich aus dokumentarischen Fragmenten zusammen: Logbucheinträge der NGO Alarm Phone, original Funkaufnahmen von Sea-Watch, sowie Auszüge aus rechtlichen Texten zur Seenotrettung. Diese werden verwoben mit literarischen Stimmen Geflüchteter: Auszügen aus Imad Al Sulimans Roman „Das Jasmin Inferno“, in dem der Autor seine Flucht über das Mittelmeer beschreibt, und dem Gedicht „Your Eyes Bother Us“ von Parwana Amiri
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Während einer Hörspielproduktion kommt es zu einer Katastrophe. Dem aufstrebendem Regisseur geht es jedoch vielmehr um die Rettung seines Equipments. Trauernd fühlt er seiner Technik nach.
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Bild: © Jake Nebov / unsplash